Chase und Brandon

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Chase und Brandon trafen sich ab und zu um sich zu amüsieren. Sie hatten sich in einer Bar getroffen und gefallen aneinander gefunden.

Später trafen sie sich immer öfter. Sich konnten sich gut leiden und gelegentlich verbrachten sie auch ihre Freizeit miteinander. Sahen gemeinsam fern oder kochten.

Jedoch kam es dazu das Chase immer mehr für Brandon empfand. Für ihn war es keine Affäre mehr. Er war fest entschlossen, seine Gefühle Brandon mitzuteilen.

Brandon war gerade erst bei Chase angekommen und hatte es sich auf dessen Couch gemütlich gemacht. Chase setze sich zu ihm.

„Ich wollte dir was sagen.”, begann er. „hm, was ist?” Brandon schaut auf.

Chase schaut ihm tief in die grünen Augen. Feuchte schwarze Haare klebten an Brandons Schläfen. Dann sagte Chase: „Ich liebe dich!” Brandon schaut geschockt und dreht den Kopf weg. Ein wenig enttäuscht packt Chase Brandon an der Schulter und zwingt Brandon ihn noch mal anzuschauen. „Weißt du, wir kennen uns schon so lange und es ist wirklich toll mit dir.” Erklärt er. Doch er erkennt, dass Brandon abwesend durch ihn durch schaut. Verärgert legt er die Stirn in Falten. „Brandon ich liebe dich!” sagt er noch mal deutlich, um eine Reaktion zu bekommen.

Plötzlich steht Brandon abrupt auf und schaut Chase ausdruckslos an. Dieser steht ebenfalls auf. „Ich liebe dich!” Er ist so froh es endlich sagen zu dürfen. Brandon jedoch antwortet immer noch nicht und starrt ihn nur an. „Hörst du nicht? Ist es dir egal? Brandon verdammt!! Antworte mir endlich!” Auf einmal scheint Brandon wieder in der Gegenwart zu sein.

„Wir haben doch nur eine Affäre, Chase. Hast du das schon vergessen?”

Dessen Blick wird weich und er sagt: „Nein, aber es muss ja nicht dabei bleiben!”. Brandon geht ein paar Schritte zurück.

„Du kennst mich doch überhaupt nicht! Genauso wenig, wie ich dich kenne!” antwortet er heftig.

„Ich liebe dich aber! Das wird schon alles noch! Kennen lernen dauert eine Weile, das ist mir auch klar, aber das ist kein Hindernis” wiederholt Chase und geht auf Brandon zu. Er will ihn umarmen. Doch Brandon packt ihn an den Schultern und stößt ihn von sich. Hart schlägt Chase auf den Boden auf. Entgeistert sieht er zu Barndon auf, der sich jedoch bereits umgedreht hat und ging.

3 Jahre später ist Brandon nachts auf den Weg in eine Bar. Nach einer langen und anstrengenden Woche will er es sich gut gehen lassen. In der Bar setzt er sich an den Tresen und bestellt sich ein Bier. Die Bar wurde ihm von einem Freund empfohlen, deshalb hat er sich hier her auf den Weg gemacht, obwohl sie relativ weit entfernt von seiner Wohnung liegt. Brandon lässt seinen Blick über die Gäste streifen und ihm fallen einige Männer ins Auge, die ihm gefallen könnten.

Plötzlich beginnt sein Herz zu rasen. Diese Silhouette kam ihm bekannt vor, viel zu bekannt. Auch wenn er sie nur von hinten sah, wusste er doch wer es wahr. Hastig drehte er sich wieder um. Konnte das sein? Hier? Nach all der Zeit? Verwirrt starrte er in sein Glas. Was sollte er nur tun? Ihn ansprechen? Nein, er hatte ihn ja wahrscheinlich verletzt. Trübe Erinnerungen an einen verregneten Nachmittag zwangen sich einen Weg in seinen Kopf. Doch er ließ die Erinnerung nicht zu. Nicht nach dem er sie so lange erfolgreich verdrängt hatte.

Wieder drehte er sich um. Chase. Es sah so aus, als redete er mit ein paar Bekannten. Etwas in seinem Benehmen, seiner Gestik kam Brandon merkwürdig vor. Er konnte es nicht sagen, aber etwas war verkehrt.

Vielleicht sollte er ihn doch ansprechen. Sie hatten damals nur einen Affäre. Eine schöne, aber es war nichts von Bedeutung gewesen. Für Chase und für ihn. Wenn er ihn ansprach, konnte es eventuell ein sehr schöner Abend werden, redete Brandon sich ein. Aber in Wahrheit suchte er nur verzweifelt nach einem Grund mit ihm zu reden.

Nach einem weiterem Bier stand er auf wand sich Chase zu, der nun allein in einer Ecke der Bar saß. Seine blonden Locken hingen ihm in der Stirn und er schaute nach unten, als würde er über etwas nachdenken.

Gerade als Brandon in ein paar Meter Entfernung stehen blieb um noch ein Mal tief Luft zu holen, stand Chase auf. Überrascht starrte Brandon ihn an, doch Chase schien ihn nicht zu erkennen, oder nicht überrascht zu sein, ihn zu sehen.

„Hi Chase.” Sagte Brandon, nachdem er sich wieder gefasst hatte.

Chase schaute ihn einen Moment lang fragend an, dann antwortete er: „Ah, Brandon.”

Unsicher, ob Chase ihn wirklich im ersten Moment nicht erkannt hatte, oder ob er es nur versteckte, fragte Brandon: „Darf ich mich setzten? Allein zu trinken macht nicht annähernd so viel Spaß, wie mit einem guten Bekannten.”

Chase legte seine Stirn in Falten. „Ich weiß zwar nicht, ob ich dich einen guten Bekannten nennen würde, aber setze dich, wenn du es nicht lassen kannst.”

Erschrocken ob dieser kühlen Antwort blieb Brandon stehen. Ein wenig blass im Gesicht starrte er Chase an. Dieser starrte zurück und als er sah, dass Brandon keine Anstalten bonus veren siteler machte sich zu setzen, zuckte er mit den Schultern, als sei es ihm egal und setzte sich selbst. Doch Brandon sah eine kurze Regung in Chases Gesicht. War es Schmerz?

Dann setzte er sich. „Was hast du die letzten Jahre gemacht?” fragte er um ein Gespräch zu beginnen, obwohl er bereits erste Bedenken hatte, dass er Chase überhaupt angesprochen hat.

„Dieses und jenes. Wie das eben so ist. Du hast dich sicher auch rumgetrieben.” Antwortet Chase desinteressiert. Eine Weile schwiegen sie. Brandon dachte darüber nach, warum Chase so abweisend war. Damals, als er ihn kennen gelernt hatte, was er viel offener gewesen. Dann plötzlich sprudelte die Erkenntnis aus ihm heraus, ohne das er vorher darüber nachdachte: „Hab ich dir das Herz gebrochen?”

Chase, der gerade von seinem Bier getrunken hatte, hustete. „Was? Nein. Warum?” antwortet er hastig.

„Du bist so anders, irgendwie…”

„Wir haben uns eine Weile nicht gesehen, die Welt dreht sich weiter. Du kannst nicht von mir verlangen, dass ich noch so bin wie früher.” Erklärte Chase ungeduldig und lächelte, aber Brandon kam es falsch vor.

„Nimm es mir nicht böse, früher mögen wir eine schöne Zeit gehabt haben, aber jetzt gehörst du nicht mehr zu den Leuten, mit denen ich mich umgebe. Es sieht nämlich nicht so aus, als hättest du dich weiter entwickelt.”

Für Brandon war es wie ein Schlag ins Gesicht. Er hatte sich nicht weiter entwickelt? Was sollte das heißen und wie wollte er das nach ein paar Sätzen beurteilen?

„Es war gut, dass wir unsere Affäre aufgegeben haben.”

Brandon starrte Chase entgeistert an. Wir haben sie aufgegeben? Er war es doch gewesen, der gegangen ist, der ihn weg gestoßen hatte. Wie kann Chase das plötzlich so anders sehen? Und doch, war da nicht wieder dieser Schmerz in seinen verwaschenen, blauen Augen? Er hatte damals gesagt, er liebe ihn, vielleicht hatte er es ernst gemeint, vielleicht hatte Brandon ihm ja doch weh getan.

„Chase, ich wollte dir nicht wehtun.” Sagte er eindringlich. „Du kanntest mich doch gar nicht. Und man kann niemanden lieben, den man nicht kennt. Von daher…” er stoppte, als er Chases Gesicht in dem schwummrigen Licht der Bar ansah. Er sah plötzlich so müde aus.

Reuevoll verzog Brandon sein Gesicht. „Du weißt ja nicht was „ich liebe dich” bedeutet.”

„Glaubst du nicht, dass du da ein wenig zu weit gehst?!”

„Ich meine für mich, was es für mich bedeutet.” Korrigierte sich Brandon und schaute nach unten.

Chase stand auf. „Was auch immer es für dich anderes bedeutet als für alle anderen, es ist mir egal. Machs gut.” Damit wand er sich zum gehen.

Brandon starrte ihm erschrocken hinterher. Er war so schmal, das man ihn fast für eine Frau halten konnte. Und mit jedem Schritt, den sich Chase weiter von Brandon entfernte, tat es mehr weh. Zog sich sein Magen weiter zusammen. Und plötzlich kam die Erkenntnis. Er hatte Chase geliebt – und vermisst. Jetzt war er für Chase nur noch ein Verflossener, während er grade erst seine Gefühle für ihn realisierte.

Zwei Tage später saß Brandon wieder an der Theke der Bar. In der Hoffnung Chase zu sehen, war er wieder hier her gekommen. Nun, da er erkannt hat, was er wirklich für Chase damals empfand, wollte er noch ein Mal mit ihm reden. Beim Gedanken an ihn flatterte wieder etwas in seinem Bauch, doch Brandon redete sich ein es wäre der Alkohol.

Aber in einer Hinsicht machte er sich nichts vor: heute würde er ihn wohl doch nicht mehr sehen. Er war jetzt schon seit fast 4 Stunden hier und hatte um sonst gebangt.

„Ey, Jack, sag mal weißt du ob Chase heute schon hier war?” fragte plötzlich ein Mann neben ihm angetrunken den Barkeeper. Brandons Kopf schoss in die Höhe.

„Nein, der war heute noch nicht hier.” Kannte man ihn hier so gut? fragte sich Brandon.

„Ach, das ist zu schade.” Stellte der Mann mit Halbglatze und fettem Bauch mit einem anzüglichen Grinsen im Gesicht fest. Brandon beobachtet ihn verwirrt und leicht angeekelt.

Er hatte sein Bier fast ausgetrunken und einen vom Alkohol verschleierten Blick.

„Ich hätte heute zu gern seine Fähigkeiten in Anspruch genommen.” Er lachte dreckig.

„Bitte, sei nicht so laut!” wies ihn Jack zurecht.

Was meinte er damit? Chases Fähigkeiten? Brandon zermarterte sich den Kopf, was es sein könnte. Er wusste, dass Chase ein guter Graphiker war, aber das konnte es doch wohl kaum sein. Obwohl es klar war, was dieser schmutzige Kerl meine, war Brandon klar, doch dann konnte er nicht Chase meinen. Er würde niemals seinen Körper verkaufen! Etwas anderes aber fiel ihm nicht ein. Schließlich wusste er nicht weiter und fragte den Barkeeper: „Wer ist denn dieser Chase?”

„Ah, noch so einer von der Sorte! Leute, echt, das hier ist keine Schwulenbar. Geht woanders hin, wenn ihr jemanden zum vergnügen sucht!” antwortet Jack genervt.

„Nein, ich…nein. Es ist nur so, dass ich einen Chase bahis kenne. Ich habe ihn vorgestern hier getroffen. Ich wollte nur wissen, ob es dieselbe Person ist.” erklärte Brandon.

„Wenn es dieser süße blonde ist, ja!” grölte der Dicke.

Jack jedoch beachtet ihn nicht und sah sich Brandon genauer an. „Vorgestern sagst du? Hm, ihr saßt dort drüber in der Ecke, nicht wahr?” erinnerte er sich und zeigte in eine Sitzecke rechts hinten in der Bar. Brandon schaute nach und nickte. „Ja, genau…”

„Dann ist er es.” Jack runzelte die Stirn. „Er kommt seit 2 Jahren regelmäßig hier her. Was er mit den Gästen anfängt, interessiert mich nicht, aber er scheint beliebt zu sein. Oft fragen sie nach ihm, aber du scheinst ihn ja …” Er brach ab, als er Brandons kalkweißes Gesicht sah. „Alles in Ordnung?”

Brandon schluckte. „Er…er…” Geschockt starrte er den Barkeeper an.

Er verkaufte seinen Körper? Aber nein, er sagte nur, er käme oft hier her. Und dass er mit den Männern was anfangen würde. Kein Wort wurde über Geld verloren.

„Nimmt, nimmt er Geld dafür?” brachte er leise heraus. Doch nicht leise genug.

Der Dicke lacht zur Antwort. „Ob er Geld nimmt?” Dann leiser: „Natürlich, aber dafür ist er auch verdammt gut. Nur mich wollte er noch nicht ranlassen. Ist verdammt wählerisch, der Kleine!” Mit einem abschätzenden Blick auf Brandon fügte er hinzu: „Aber dich nimmt er bestimmt.”

Plötzlich fühlte Brandon wie sich ein großes Loch vor ihm auf tat. Er rutschte von seinem Barhocker und sah tief hinein in die Schwärze des Nichts. In seinem Kopf wirbelte ein Sturm, der alle Gedanken und Erinnerungen durch einander riss. Er konnte keinen einzigen klaren Blick erhaschen. Nur in der Mitte herrschte Ruhe- und gähnende Leere.

Irgendwie verließ er die Bar, das Loch mit verlockendem Schwarz vor ihm. Er konnte einfach hinein tauchen und dann nichts mehr fühlen. Trotzdem ging er weiter und weiter, schaute nicht, wo er hin lief, konzentrierte sich nur darauf einen Fuß vor den anderen zu setzten. Wenn er sich nur an irgendetwas klar erinnern könnte… Was hatte er heute gemacht? Wo war er gestern gewesen? Was ist geschehen? Wie viel Zeit ist vergangen? Der Gedankensturm wirbelte weiter durch seine Kopf. Er konnte das Heulen des Windes hören.

Plötzlich sah er Chases Gesicht. Vorgestern Abend. Abweisend, verletzt. Stille. Im Kopf und den Ohren. Schlug sein Herz noch? Das schwarze Loch vor seinen Füßen war noch da. Dann schaute er auf.

Er war in einer Straße in der Innenstadt. Moderne Gebäude neben alten, hohen Mietskasernen. Der Himmel hinter den Häusern hatte die Farbe eines hellen grau. Brandon kannte die Straße, kannte die Häuser mit ihren schmutzigen, beschmierten Fassaden. Er drehte sich um und kannte auch die Haustür, vor der er stand. Bevor er nachdachte, drückte er auch schon auf die Klingel: C. K. Er wartete, drückte wieder. Nichts geschah. Er drehte sich wieder mit dem Rücken zur Tür, lehnte sich dagegen und sackte zusammen.

Die Zeit verging schleppend. Brandon hatte nicht die Kraft aufzustehen, also blieb er vor der Tür sitzen. Seine Gedanken beruhigten sich und langsam kamen einzelne Erinnerung in ihm hoch: Das erste Mal, das er Chase sah. Es war in seiner gemütlichen Stammkneipe gewesen. Der kleine Raum war erfüllt vom Zigarettenrauch und dem Lachen der Gäste. Brandon saß an der Bar unterhielt sich mit dem Barkeeper als die Tür wieder auf ging und einen eiskalten Luftzug hinein ließ. Herein kam eine kleine Gruppe von Männern. Nach zwei großen, dunkel Haarigen sah Brandon einen etwas kleineren, schmächtigen Blonden. Seine Haltung, sein Gesicht, seine Augen, sein Mund, alles strahlte gute Laune aus. Und es faszinierte Brandon vom ersten Augenblick an. Lachend verzogen sich die drei Freunde in eine hinter Ecke der Bar.

Brandon hörte wie sie diskutierten, in welche Disko sie gehen sollten und starrte dabei den Blonden immer wieder an. Dann endlich hatten sie sich entschieden, tranken ihr Bier aus und gingen los. Nach kurzem Zögern ging Brandon hinterher.

In der lauten Disko angekommen suchte er panisch nach ihm. Und dann stand er plötzlich vor ihm, sagte er hätte er ihn schon in der Bar gesehen und freue sich, dass er ihn wieder sehe. Brandon schaute in die Augen des Blonden- ein verwaschenes Blau. Dann die Lippen, die sich bewegten- was sagten sie? Er stellte sich vor, wie es wäre, wenn sie ihn küssen würden. Dann bewegten sie sich nicht mehr. Er schaute auf. „Und was ist nun?” fragte der Blonde. Brandon nickte, sie tanzten, er erfuhr, dass er Chase hieß. In dieser Nacht schliefen sie das erste Mal mit einander.

Dass daraus eine Affäre werden sollte, wussten beide damals noch nicht. Je länger sie sich kannten, desto mehr Zeit verbrachten sie zusammen, wurden Freunde. Chase wurde für Brandon immer wichtiger, fast zum besten Freund. Sein Lachen schien jeden Schmerz in ihm auszulöschen. Doch nie erzählten sie sich private Sachen, Brandon wusste fast nichts über Chase, außer das er es liebte, wenn Brandon deneme bonusu an seinen Zähen knabberte. Und Chase wusste noch weniger über Brandon.

In den Erinnerungen eingebettet, saß Brandon den ganzen Tag vor der Tür und hielt nach Chase Ausschau. Ab und zu ziepte es in seinem Bauch, aber auf die Idee, dass es Hunger sein könnte kam er nicht. Gegen Abend zogen Wolken herauf und bald darauf fing es an zu Regnen. Er drückte gegen die Hauswand, gegen die Eingangstür und durchnässte Brandon bis auf die Haut. Chase war immer noch nicht aufgetaucht. Langsam verzogen sich die Regenwolken und gab den Blick auf einen klaren Sternenhimmel frei. Kälte kroch nun durch Brandons nasse Sachen. Er zog seine Jacke enger um sich. Er konnte nicht nach Hause gehen, er musst bleiben, musste Chase sehen und von ihm die Wahrheit hören. Denn konnte es sein, dass er Chase dahin getrieben hatte, wo er jetzt war? Aber wie konnte er damals nicht anders reagiert haben? Als Chase diese …Sache gesagt hatte.

Dann wurde der Himmel wieder heller und die kälteste Zeit des Tages brach heran. Zittern rutschte Brandon ein weinig zu Seite.

Die Zeit, die seit gestern vergangen war, ließ ihn wieder klarere Gedanken fassen. Wo war Chase nur so lange? Wo konnte er den ganzen Morgen, Tag, Abend und Nacht gewesen sein? Bei seinem Freund, antwortet eine Stimme in Brandons Kopf. Wie viele Tage lang war er manchmal bei dir gewesen? Du hattest sogar eine Zahnbürste für ihn in deinem Becher.

Plötzlich hörte er Schritte und schaute auf. Sein Herz machte einen Satz, blieb stehen, ihn schien es wie Stunden und schlug dann im Galopp weiter. Chase!

Er hatte seinen Kopf gesenkt, die Hände in seinen Taschen. Brandon regte sich nicht und erst kurz vor der Haustür, als Brandons Füße in Chases Sichtfeld kamen, blieb er abrupt stehen und schaute auf. „Brandon!” brachte er geschockt hervor.

Zitternd und blass schaute diese auf, doch nun wo er ihn vor ihm hatte, brachte er seine Frage nicht heraus.

„Brandon, was machst du denn hier? Und warum bist du so nass?” Er erkannte, wie heftig Brandon jetzt zitterte, doch was ihn noch mehr erschütterte, war Brandons antwort. „G-gestern a-a-abend hat es geregnet.”

„Soll das heißen, du bist seit gestern Abend hier?” Chase schaute vorwurfvoll.

„N-nein” Brandon schüttelte den Kopf, Wassertropfen fielen herunter. Chase wollte schon eine weitere frage stellen, als Brandon weiter redete: „S-seit g-g-gestern fr-fr-früh.”

„Wie bitte!?” zischte Chase.

„M-m-muss dich w-was fragen.”

„Was soll den das?! Bist du wahnsinnig? Komm! Du holst dir hier ja noch den Tod!” Damit packte er Brandon am Arm und zog ihn zu sich hoch. Mit der freien Hand schloss er verärgert die Haustür auf und führte den heftig zitternden Brandon eine Etage hoch in seine Wohnung.

„Geh duschen, dann können wir reden.” Sagte Chase und wollte ins Wohnzimmer gehen, doch Brandon hielt ihn zurück. Halb auf ihn stützend, halb festhaltend zog er ihn zu sich und schaute ihm in die Augen. Mit fester Stimme, in der ein gequälter Unterton lag, fragte er schließlich: „Verkaufst du deinen Körper?”

Brandon konnte sich gespiegelt in Chases plötzlich dunkeln und leeren Augen sehen.

„Das geht dich nichts an, aber ja, ich tue es.” Antwortet er kalt. „Geh duschen.” Damit entwand er sich Brandons nun laschen Griff und ging.

Brandon stand im Bad. Langsam zog er sich aus, die nasse Kleidung klebte an seinem Körper. Das schwarze Loch vor seinen Füßen sah auf einmal hundertmal verlockender aus. War es die ganze Zeit so groß gewesen? Es schien so leicht hinein zu treten. Bestimmt würde der Schmerz in seiner Brust aufhören, wenn er es versuchte. Und was für eine Bedeutung hatte es jetzt schon noch?

Hatte er damals nicht gehofft, es wäre besser für Chase, wenn er ginge? Und nun war er ein Stricher, der vielleicht Drogen nahm, AIDS bekam… und er war schuld. Er war immer schon schuld gewesen.

Dann war alles schwarz.

„Brandon?” fragte Chase an der Tür zum Badezimmer, die Hand auf dem Türknauf. „Brandon, was machst du denn, du bist schon seit einer Stunde hier drin!”

Er bekam keine Antwort. „Brandon? Ich komme jetzt rein!” Damit öffnete er die Tür, ein Schwall Wasserdampf schlug ihm ins Gesicht. Nachdem er sich etwas verzogen hatte sah er direkt in die Dusche. Brandon saß zusammen gesunken auf dem Boden der Dusche, das Wasser lief ihm über den gebeugten Rücken. Blinzelnd schaute er auf. Seine Augenränder waren rot und geschwollen.

„Brandon! Was ist mit dir?” fragte Chase geschockt und hockte sich vor die Dusche. Brandon blinzelte ihn wieder an, so also könne er nicht verstehen, was Chase zu ihm sagte. Dann wurde sein Gesichtsausdruck gequält. „Es…es tut mir leid!” schluchzte er plötzlich. Chase griff zum Wasserhahn und drehte ihn zu. Stille umfing beide.

„Was meinst du?” fragte Chase nach einer Weile.

„Es…es tut mir leid. Ich …ich hätte es dir erzählen, es dir erklären sollen.” Nun sah Chase, dass Tränen an Brandons Wangen herab liefen. Verwirrt schaute er ihn an, doch Brandon schwieg.

„Komm, steh auf!” Chase hielt ihm ein Handtuch hin.

Brandon umfasste sich und hielt sich an den Oberarmen fest, als ob er sonst zu zerbrechen drohte. Chase schluckte schwer.

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